Westerwald

Mit einer atemberaubenden Naturlandschaft aus weitläufigen Wiesen, Hügellandschaften und Tälern sowie Flüssen und Seen bietet das facettenreiche Mittelgebirge eine Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten. Vielleicht verleitet Sie die virtuelle Rheinland-Pfalz-Messe ja zu einem Ausflug in den Westerwald?

Der Anblick sei „zum Sterben schön“, sagte der von Liebeskummer geplagte Goethe, als er mit 23 Jahren auf einem Felsvorsprung über dem Dorf Obernhof saß und über den Westerwald blickte. Von ihrer Schönheit hat die grüne Oase im Norden von Rheinland-Pfalz mit Ausläufern nach Hessen und Nordrhein-Westfalen bis heute nichts eingebüßt.

Das 3.000 m2 große Mittelgebirge teilt sich in die drei Regionen Hoher Westerwald, Oberwesterwald und Niederwesterwald.

Niederwesterwald – viel Natur, Schlösser, Burgen und hübsche Städte

Allein in Neuwied, mit 65.000 Einwohnern die größte Stadt des Westerwaldes, stehen zwei Schlösser und eine Burg: Burg Altwied aus dem 12. Jh., die über dem gleichnamigen Stadtteil thront, ist im Besitz der Familie zu Wied und für die Öffentlichkeit gesperrt; Schloss Engers, das der Trierer Erzbischof zwischen 1759 und 1764 als Sommerschloss errichten ließ, beherbergt heute ein Museum und ein Hotel, und Schloss Neuwied (17. Jh.), das ehemalige Residenzschloss der Grafen und Fürsten zu Wied, ist Wohnsitz der Familie zu Wied und kann nicht besichtigt werden. Der Schlossparks ist jedoch zum größten Teil öffentlich zugänglich.

Der Nordwesten des Niederwesterwaldes, der auch vorderer Westerwald genannt wird, ist geprägt von schönen Flusslandschaften, Burgen und steilen Weinhängen. Bekanntester Weinort ist Leutesdorf mit der „Weinkul-Tour“, einem 3,2 km langen Wanderweg mit 33 Thementafeln zum Thema Wein.

Im Süden liegt die Kulturlandschaft Kannenbäckerland, Deutschlands bekannteste Keramik- und Tonregion. Besuchen Sie im Ort Höhr-Grenzhausen das Keramik-Museum – allein die Skulpturen vor dem Gebäude sind ein wahrer Blickfang. Machen Sie einen Ausflug zum 10-15 Autominuten entfernten Schloss Sayn und besichtigen Sie den Garten der Schmetterlinge. Natur pur finden Sie im Naturpark Nassau auf über 750 km regionalen Wanderwegen sowie im Naturpark Rhein-Westerwald, der auf 470 km2 über zahlreiche Rad- und Wanderwege verfügt.

Hoher Westerwald: Berge, Schluchten, Talsperre

Höher geht’s im Westerwald nicht! Auf der mit Wäldern versehenen Hochfläche befindet sich mit der 657,3 Meter hohen Fuchskaute der höchste Berg des Westerwaldes. Hier kreuzen sich die beiden Qualitätswanderwege Rothaarsteig und der 235 km lange Westerwaldsteig, der auf 16 abwechslungsreichen Etappen vom hessischen Herborn nach Bad Hönningen am Rhein führt. Teil von Etappe 4 des Wanderwegs ist die wildromantische Holzbachschlucht, eine der Attraktionen im Hohen Westerwald. Nach der virtuellen Rheinland-Pfalz Messe unbeding einen Ausflug wert!

Wasserratten und Wassersportler kommen in der Krombachtalsperre auf ihre Kosten, Kletterer und Schwindelfreie im Kletterwald Bad Marienberg. Auf zehn Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden geht es durch die Baumwipfel – der schwierigste Parcours ist 12 m hoch. Bad Marienberg ist die einzige Kurstadt des Westerwaldes. Im Wellness-Tempel Marienbad finden Sie Entspannung pur, und auf dem Barfußweg im Kurpark Bomwiese Erholung für die Füße.

Elf Autominuten weiter südwestlich liegt der Ort Nistertal, wo die Birkenhof Brennerei seit 1848 den für die Region typischen Kartoffel- und Kümmelschnaps brennt. Seit 2015 wird bei Birkenhof auch Whiskey gebrannt. Machen Sie eine Führung durch die Brennerei oder melden Sie sich zum Whiskey Tasting an.

Interessieren Sie sich für Geologie? Im Erlebnispark Stöffel können Sie 25 Millionen Jahre Erdgeschichte verfolgen und Spannendes über die 100-jährige Geschichte des Basalabbaus im Westerwald erfahren.

Oberwesterwald – Hachenburg, Westerwälder Seenplatte und Kroppacher Schweiz

Hier, im Herzen des Westerwaldes, liegt eine der schönsten Städte des Mittelgebirges: Hachenburg, ehemalige Residenzstadt der Grafen von Sayn. Das mittelalterliche Fachwerkstädtchen, das auch gerne „Perle“ oder „heimliche Kulturhauptstadt“ des Westerwaldes genannt wird, glänzt mit einem hufeisenförmigen Barockschloss, das gelb leuchtend über dem Ort thront, einem Marktplatz mit Giebelhäusern aus dem 17. und 18. Jh. und einem einzigartigen Landschaftsmuseum. 

Wenige Kilometer weiter südlich liegt auf 400 m Höhe die Westerwälder Seenplatte. Die sieben Weiher (Dreifelder Weiher, Post-, Brinken-, Hofmanns-, Haiden-, Hausweiher und Wölferlinger Weiher) wurden um 1650 im Auftrag von Graf Friedrich zu Wied zur Fischzucht angelegt. Die Westerwälder Seenplatte ist seit 2003 als europäisches Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zu Badespaß und Bootfahren laden der Dreifelder Weiher und der Postweiher ein.

Natur pur erleben Sie in der Kroppacher Schweiz am unteren Lauf der Nister. Das Gebiet, das im Kleinformat tatsächlich ein bisschen an die Schweiz erinnert, entstand, als die Nister ihren Weg in Jahrtausenden von Jahren in unzähligen Windungen tief in die wellige Landschaft eingrub. Die dadurch steil eingeschnittenen Ufer legten bei dem alljährlichen Absinken eine spektakuläre Felsenlandschaft frei. Sie finden in der Kroppacher Schweiz zahlreiche Wanderwege sowie die Etappen 9 und 10 des Westerwaldsteigs.

Eine abenteuerliche Rundwanderung verspricht der 7 km lange Naturpfad „Weltende“. Am höchsten Punkt der Wanderung, am Aussichtspunkt Weltende, werden Sie mit einem atemberaubenden Blick in die Täler der Region belohnt. Die Pfade des Weltendes sind teils steil, teils in Felsen gehauen, Stahlseile sichern Wanderer gegen das Abrutschen im Hang. Wenn Sie nicht schwindelfrei und trittfest sind, verzichten Sie lieber auf die Wanderung.