Nahe

Weingenuss, Radfahren, Wandern, Edelsteine und viel Kultur – ein Urlaub an der Nahe verspricht viel Abwechslung. Haben Sie  Lust, die Region nach der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe zu entdecken?

Das „Naheland“ links und rechts der Nahe in den beiden Landkreisen Birkenfeld und Bad Kreuznach ist zum einen als Weinbaugebiet bekannt, zum anderen als Land der Edelsteine. Über Jahrhunderte fand man in der Region Achate, Amethyste und andere edle Steine. Im Mittelalter gab es hier zahlreiche Edelsteinschleifereien, und insbesondere die Orte Idar und Oberstein entwickelten sich im 19. Jh. zu einem der wichtigsten Schmuckzentren Deutschlands. Die Edelsteinvorkommen sind längst zurückgegangen, und die Edelsteinmine in Idar ist heute Besucherbergwerk. Seit 1974 verbindet die ca. 70 km lange Deutsche Edelsteinstraße rund um Idar-Oberstein in zwei Rundkursen alle Orte, die von der Edelsteinbearbeitung geprägt sind. 

Bad Kreuznach und der Weinbau

Bad Kreuznach ist erheblich vom Weinbau geprägt, aber auch für seine Kurkliniken und das älteste Radon-Sole-Bad der Welt bekannt. Im Nahetal zwischen Bad Kreuznach und dem 5 km entfernten Bad Münster am Stein-Ebernburg treten an vielen Stellen salzhaltige Quellen aus. Der Kurbetrieb begann, als 1817 die ersten Sole-Trink- und Badekuren eingeführt wurden. Ab 1820 entstand das Kurgebiet Badewörth und Bad Kreuznach entwickelte sich rasch zur internationalen Kurstadt. Ganz besonders, als 1843 das erste Kurhaus in Betrieb genommen wurde. 

Weinbau wird an der Nahe seit dem frühen Mittelalter betrieben. Die ältesten erhaltenen Rebstöcke Deutschlands (Weißer Orlean) stammen aus der Zeit um 1500 aus dem Naheland. Die Nahe, das viertgrößte rheinland-pfälzische Anbaugebiet, ist seit 1971 eigenständiges Weinbaugebiet – bis dahin wurde der Wein als Rheinwein vermarktet. Im gleichen Jahr wurde die weintouristische Themenroute „Naheweinstraße“ eröffnet. Machen Sie nach der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe einen Abstecher dorthin!

Idar-Oberstein – Metropole der Edelsteine

Es war die Entdeckung der Achate in den Felsen des Vulkangesteins vor über 500 Jahren, die den Edelsteinhandel auslösten. Lange Zeit war der Stadtteil Idar Welthandelsplatz für Edelsteine und ist es zum Teil noch heute. In der Blütezeit des Edelsteinhandels arbeiteten rund 7000 Diamantschleifer in den Idarer Diamantschleifereien, ganz zu schweigen von den unzähligen Achat- und Schmucksteinschleifern. Als sich die regionalen Achatvorkommen Mitte des 18. Jh. erschöpften, wurde Achat aus Brasilien verarbeitet.

Die Minen sind längst geschlossen, die Edelsteine kommen aus Übersee, doch nach wie vor spielt das Edelsteingewerbe eine große Rolle. Die Hochschule Trier bietet am Standort Idar-Oberstein Studiengänge „Edelstein und Schmuck“ an, jährlich findet in der Stadt die Deutsche Edelsteinbörse statt, alle zwei Jahre wird die deutsche Edelsteinkönigin gewählt, und außerdem residiert hier alles, was Rang und Namen im Edelsteingewerbe hat. Manche Edelsteinfirmen vor Ort arbeiten für die nobelsten Juweliere der Welt. Gönnen Sie sich einen Stein! In den zahlreichen Läden und bei den Händlern der Stadt können Sie Edelsteine aus der ganzen Welt erwerben. Besuchen Sie eine Edelsteinschleiferei und schauen Sie dabei zu, wie aus einem unscheinbaren Rohstein ein funkelndes Juwel wird.

Alles zur spannenden Geschichte der Edelsteine erfahren Sie im Deutschen Edelsteinmuseum und auf der Deutschen Edelsteinstraße rund um Idar-Oberstein können Sie historische Städte der Edelsteinbearbeitung besichtigen.

Etwas Trivia: Wussten Sie, dass Hollywood Star Bruce Willis als Sohn eines amerikanischen Soldaten in Idar Oberstein geboren wurde? Zu seinem 50. Geburtstag 2005 stattete er seiner Geburtsstadt klammheimlich einen Besuch ab.   

Die Naheweinstraße

Die Weinstraße verbindet auf einem Rundkurs von 130 Kilometern 35 Weinorte und unterteilt sich in eine Nordroute und eine Südroute. Die Nordroute führt entlang der südlichen Ausläufer des Hunsrücks, beginnt in Bingen-Bingerbrück und endet in Martinstein im Nahetal. Die Südroute verläuft von Martinstein bis Bingen am Rhein. Entlang der Naheweinstraße liegen zahlreiche Sehenswürdigkeiten. So die Burgruine Gutenberg oberhalb des gleichnamigem Winzerdorfs, das Orgel Art Museum in Windesheim, die ehemalige Benediktiner-Abtei Sponheim, die mystisch anmutende Klosterruine Disibodenberg in Odernheim und natürlich Bad Kreuznach mit seiner historischen Altstadt und zahlreichen Museen. An der Weinstraße finden Sie zudem vielerorts Weinbergshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die kleinen Bauten in den Weinbergen dienten den Winzern als Schutzhütte bei Gewittern, zur Materialaufbewahrung und zur Einnahme der Mahlzeiten.

Machen Sie von der Weinstraße einen Abstecher in den vielfältigen Naturpark Soonwald-Nahe – er liegt auf der Strecke.

Eine der berühmtesten Weinlage an der Nahe ist die Niederhäuser Hermannshöhle des über 250 Jahre alten Weinguts Dönnhoff in Oberhausen. Die Rieslinge können Sie direkt vor Ort kaufen, wie bei fast allen Winzern an der Weinstraße. Im Sommer finden in den Dörfern entlang der Naheweinstraße Weinfeste z.B. das Bretzenheimer Weinfest am zweiten Augustwochenende, Hoffeste und Jahrgangpräsentationen statt.

Machen Sie nach der virtuellen Rheinland-Pfalz Messe doch einfach einen Ausflug an die Nahe!