Lahntal

Im wildromantischen unteren Lahntal mäandert die Lahn tief zwischen hoch aufragenden Felsen. An den Ufern liegen historische Orte, Burgen und Schlösser. Vielleicht inspiriert Sie die virtuelle Rheinland-Pfalz-Messe zu einem Kurztrip ins Lahntal

Das 246 km lange romantische Flüsschen zwischen Westerwald und Taunus fließt auf 57 km durch Rheinland-Pfalz. Dieser kurze Abschnitt, der ab Dietz beginnt und sich bis zur Rheinmündung in Lahnstein zieht, wird unteres Lahntal genannt. Größte Stadt ist Lahnstein vor Diez, Bad Ems und Nassau. Viel Natur, malerische Orte und historischen Bauten prägen das untere Lahntal.

Lahnstein – viel Fachwerk, Burg und Schloss

Die Stadt liegt dort, wo die Lahn in den Rhein mündet und somit gleich an zwei UNESCO-Welterbestätten: dem Oberen Mittelrheintal und dem Obergermanisch-Raetischen Limes.

In der Altstadt mit ihren hübschen Fachwerkhäusern, Resten der Stadtmauer und mittelalterlichen Gärten gibt es allerhand zu sehen. Schon Goethe war von dem Städtchen fasziniert und kehrte im „Historischen Wirtshaus an der Lahn“ ein. Das Gebäude, dessen markanter Turm seit 1348 als kurfürstliche Zollstation diente, ist eines der ältesten der Stadt.

Auf einem Fels über dem Ort thront Burg Lahneck. Der Anblick der Burg verleitete Goethe im Juli 1774 zu einem Gedicht, das mit dem Satz beginnt: „Hoch auf des Turmes Zinnen steht des Helden edler Geist“. Am Rheinufer liegt Schloss Martinsburg, eine der wenigen Rheinburgen, die nie zerstört wurden.

Erkunden Sie die Stadt auf dem Lahnsteiner Themenweg, der Sie zu 20 Sehenswürdigkeiten führt. Den Rundgang können Sie an einer beliebigen Station starten und dort mit Ihrem Smartphone einen QR-Code scannen, über den Sie auf die mobile Website von Lahnstein-Tourismus gelangen, wo Sie in kurzen Videobeiträgen die Geschichte der jeweiligen Sehenswürdigkeit erfahren.

Erleben Sie römische Geschichte am Limes. Die Spuren des Grenzwalls gegen die Germanen befinden sich auf einer Länge von 8 km im Oberlahnsteiner Stadtwald.

Bad Ems – das Kaiserbad an der Lahn

Im 19. Jh. war der Kurort Hotspot von Hochadel und Prominenz. Neben Kaisern und Königen wie Kaiser Wilhelm I. Zar Alexander II, König Oscar II. von Schweden und andere kurten hier die russischen Literaten Dostojewski, Gogol und Turgenjew sowie Komponisten wie Carl Maria von Weber und Richard Wagner. Der Komponist Jacques Offenbach verbrachte die Sommermonate zwischen 1858 und 1870 immer wieder in Bad Ems und führte dort mit eigenem Orchester seine Werke auf.

Kein Wunder kurte hier jeder, der Rang und Namen hatte, ist Bad Ems doch ein wahres Heilquellenparadies – gleich 15 Quellen sprudeln aus der Erde. Probieren Sie in der historischen Brunnenhalle die berühmteste Quelle, das Emser Krähnchen.

Sehenswürdigkeiten begegnen Ihnen auf Schritt und Tritt. Prunkvolle barocke Bauten wechseln sich ab mit prachtvoller Bäderarchitektur und klassizistischen Meisterstücken. Allen voran das monumentale Kurhaus mit Brunnenhalle, Marmorsaal und einer der ältesten Spielbanken Deutschlands.

Zu den schönsten Gebäuden gehört das Künstlerhaus Schloss Balmoral, eine Villa im spätklassizistischen Stil, die 1867/68 für einen russischen Gutsbesitzer erbaut wurde. 1882 erwarb ein Hotelier das Gebäude, verwandelte es in ein vornehmes Hotel für Kurgäste und gab ihm den Namen Schloss Balmoral. Im 19. Jahrhundert logierte hier unter anderem Richard Wagner, der seine Oper „Parzifal“ beendete. Die Villa wird seit 1995 als Künstlerhaus genutzt.

Nassau – Burgen und Schlösser

Wahrzeichen des kleinen Luftkurorts ist die märchenhafte Burg Nassau auf einem Kegelfels hoch über der Lahn. Im Bergfried wird die Geschichte der einstigen Wehranlage und ihrer Erbauer, den Grafen von Nassau, erzählt. Im Turmgeschoss sind besondere Exponate ausgestellt, die von der ehemals großen Bedeutung und der üppigen Ausstattung der im 12. Jh. errichteten Burg zeugen. Genießen Sie den atemberaubenden Blick von der Aussichtsplattform und werfen Sie auf dem Rückweg einen Blick in das dunkle, fensterlose Verließ im Untergeschoss. Unterhalb der Burg befindet sich die Burgruine Stein, bis zum Dreißigjährigen Krieg Stammsitz der Herren vom und zum Stein. Die Reichsritter-Familie zog ins Steinsche Schloss in der Nassauer Innenstadt, wo 1757 der preußische Reformer und Staatsmann Karl Freiherr vom und zum Stein geboren wurde. Das Schloss ist heute im Besitz der Nachfahren der Familie und kann nur von Außen besichtigt werden.

Machen Sie einen Spaziergang im Freiherr-von-Stein-Park, der sich vom Schlosspark bis zu den Lahn-Auen zieht oder wandern Sie auf dem naturkundlichen und historischen Erlebnisrundweg Freiherr-vom-Stein-Weg, wo Sie an 13 Stationen interessantes über das Leben des Reichsfreiherrn erfahren.

Diez – ehemalige Residentstadt

Über der malerischen Altstadt thront das imposante Grafenschloss, das heute eine der schönsten Jugendherbergen von Rheinland-Pfalz beherbergt. Unterhalb des Schlosses liegt die mittelalterliche Stiftskirche St. Maria aus dem 13. Jh., in deren Inneren sich Grabmäler von Diezer und Nassauer Adligen sowie ein romanischer Grabstein befinden, der älter als die Kirche ist. Am nördlichen Stadtrand steht das Barockschloss Oranienstein, das im 17. Jh. auf den Ruinen eines Benediktinerinnenklosters errichtet wurde. Das Schloss ist seit 1962 im besitz der Bundewehr, im Rahmen von Führungen können jedoch Teile des Gebäudes besichtigt werden wie Marschallsaal, Gartenkabinett, blau goldener Saal, Schlosskapelle, Gartenterrasse und das Museum Nassau-Oranien.