Hunsrück

In dem Mittelgebirge zwischen Mosel und Rhein erwartet Sie eine abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft mit bewaldeten Höhenzügen, geschichtsträchtigen Burgen und malerischen Städtchen. Vielleicht inspiriert Sie die virtuelle Rheinland-Pfalz-Messe zu einem Kurztrip in den Hunsrück?

„Mosel, Nahe, Saar und Rhein schließen rings den Hunsrück ein“ lautet ein bekannter Merksatz. Nahezu die Hälfte des von vier Flüssen begrenzten dünn besiedelten Mittelgebirges ist Waldfläche. Den besonderen Reiz der Region macht die urwüchsige Landschaft der bewaldeten Höhenzüge Hochwald im Landkreis Trier-Saarburg, Idarwald in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Birkenfeld sowie Soonwald im Landkreis Bad Kreuznach aus. Der Hunsrück verfügt über die drei Schutzgebiete Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Naturpark Saar-Hunsrück und Naturpark Soonwald-Nahe sowie den 410 km langen Saar-Hunsrück-Steig, der zu Deutschlands schönsten Fernwanderwegen zählt. Mehr Natur geht nicht!

Außer einer atemberaubenden Natur hat der Hunsrück jede Menge Kulturschätze zu bieten: historisch bedeutende Kirchen, malerische Fachwerkbauten und rund 60 mittelalterliche Burgen. Auf der Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße kommen Sie dem Schieferabbau auf die Spur und können in Schaubergwerken die Arbeit untertage hautnah erleben, und die Deutsche Edelsteinstraße in der Nahe-Region führt Sie zu historischen Edelsteinschleifereien (siehe Kapitel Nahe).

Rheinhunsrück – historische Bauten und Filmdrehorte

Der Rhein-Hunsrück-Kreis umfasst die Landschaft links des Mittelrheins zwischen Oberwesel und Boppard sowie dem zentralen und östlichen Hunsrück mit dem Soonwald im Süden des Kreisgebiets. Im Rheinhunsrück liegt Kirchberg, die älteste Stadt des Mittelgebirges. Kennen Sie die Film-Trilogie „Heimat“? Kirchberg und das benachbarte Woppenroth waren Kulisse für den erfundenen Filmort „Schabbach“. Die Orte rund um das Städtchen glänzen mit hübschen Fachwerkhäusern, Kirchberg mit einem historischen Marktplatz und der Kirche St. Michael, der historisch bedeutendsten und ältesten Kirche des Hunsrücks. Die spätgotische Hallenkirche aus dem 15. Jh. hatte drei steinerne Vorgängerbauten, die auf das 8.-11 Jh. zurückgehen und deren Fundamente nach Absprache besichtigt werden können.

Im 15 Autominuten entfernten Simmern in der Simmerner Mulde lockt das Hunsrückmuseum im Neuen Schloss mit der Kunstsammlung des Malers Friedrich Karl Ströher, einer beachtenswerten Fossiliensammlung sowie den dem Museum angegliederten Schinderhannesturm. In dem ehemaligen Turmgefängnis wurde 1799 der legendäre Räuber „Schinderhannes“ gefangen gehalten. Schauen Sie sich im Turm die Ausstellung „Realität und Mythos des Schinderhannes“ an.

Bevölkerungsreichste Kommune ist der die von Weinbau geprägte Stadt Boppard, die mit zahlreichen Sakralbauten, mittelalterlichen Adelshöfen, restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 16.-18. Jh. sowie zwei Schlössern lockt. Die Kurfürstliche Burg am Rhein, die Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war, beherbergt heute das Städtische Museum. Das um 1200 erbaute Schloss Schöneck, das auf einem Felsen hoch über der Ehrbachklamm thront, kam 1910 durch Kauf in den Besitz des Malers Wilhelm Steinhausen, der es als Sommerresidenz nutzte. Das Schloss ist im Besitz der Ida und Wilhelm Steinhausen Stiftung und wird von Familienmitgliedern genutzt. Besichtigt werden kann es nur am Tag des offenen Denkmals am 2. Sonntag im September.

Moselhunsrück – Täler, Schluchten und Steilhänge

Im nördlichen an die Mosel grenzenden Teil des Hunsrücks verbinden tief eingeschnittene Seitentäler die Hunsrückhöhen mit dem Moseltal. Zwischen Kastellaun und Emmelshausen liegt das Baybachtal, das aufgrund seiner hoch aufragenden Felsen und steilen Pfade den Beinamen „Grand Canyon des Hunsrücks“ trägt.

Sehenswert ist die Burgenstadt Kastellaun südwestlich von Boppard, über deren restaurierten Fachwerkhäusern die Ruine der Sponheimer Burg thront. Emmelshausen glänzt mit seinem Hunsrückbahn-Museum. Hier erfahren Sie Spannendes über die Hunsrücksbahn, die steilste Eisenbahnstrecke Deutschlands, die durch fünf Tunnel und über zwei Viadukte von Boppard nach Emmelshausen fährt. Begeben Sie sich im Agrarhistorischen Museum, das in einem Hunsrücker Bauernhaus von 1660 untergebracht ist, auf Zeitreise. Einblick in den Alltag der Bauern jener Tage gewähren u.a. eine Hunsrücker Spinnstube, ein Backhaus und eine Küche von 1900. 

Machen Sie eine erlebnisreiche Wanderung durch die nahe Ehrbachklamm, die über ins Gestein gehauene Pfade und Brücken vorbei an Felsen und steilen Hängen über unwegsames Gelände führt.

Neben Tälern und Schluchten ist die Region für ihre Weinberge bekannt, die in extremen Steillagen terrassenförmig angelegt sind. Wie Zell, die Heimat der berühmten Weinlage „Schwarze Katz“, deren Name auf eine Legende zurückgeht. Nach dieser kamen im Jahr 1863 Aachener Kaufleute nach Zell, um ein Fass Wein zu kaufen. Ein Winzer ließ sie in seinem Keller verschiedener Jahrgänge probieren. Sie nahmen drei Fässer in die engere Auswahl, und da sich für keines entscheiden konnten, wollten sie den Probierschlauch noch einmal in eines der Fässer einführen. Da sprang die Katze des Winzers fauchend auf das Fass. Die Kaufleute waren überzeugt davon, dass darin der beste Wein sein müsse und kauften das Fass, um wenige Wochen später sämtliche Weine aus dieser Lage zu erwerben. Sie erinnerten den Winzer an die Episode mit der Hauskatze und erklärten ihm, dass sie den Wein in Aachen als „Schwarze Katz“ verkauften und dieser bei ihren Kunden großen Anklang fand. So kam der Weinberg zu seinem Namen. In der Altstadt begegnen Sie der „Katz“ auf einem Fass im Brunnen, das sie fauchend verteidigt. Genehmigen Sie sich während der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe ein Gläschen des edlen Tropfens!