Oppenheimer Kellerlabyrinth

Erkunden Sie Oppenheims touristische Pfade unter der Erde. Einen Riesling aus der Weinbaudomäne Oppenheim können Sie schon vorab während der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe trinken.

Die größte Sehenswürdigkeit des beschaulichen Rheinstädtchens ist die „Unterwelt“ aus bis zu fünf Stockwerken tiefen Kelleranlagen aus dem 13. bis 17. Jh., die einem Labyrinth gleichen. Zahllose Gänge verbinden Keller, die zum Teil in mehreren Stockwerken übereinander liegen. Ganz erforscht ist das Kellerlabyrinth noch längst nicht. Fachleute vermuten, dass zahlreiche weitere Häuser in der historischen Altstadt durch unterirdische Gänge und Treppen miteinander verbunden sind. Etwa 600 Meter der “Unterwelt“ rund um das Rathaus können Sie im Rahmen einer Führung erkunden.

Video: Oppenheim am Rhein -History Doku

Entstehung des Kellerlabyrinths

Oppenheim erhielt 1008 Marktrecht und wurde 218 Jahre später zur Freien Reichsstadt erhoben. Günstigerweise kreuzte sich in der Stadt der Rheinhandelsweg nach Süden und Norden, und noch günstiger war es, dass die Stadt über das Stapelrecht verfügte. Damit hatte sie das Recht, alle durchziehenden Kaufleute zu verpflichten, ihre Waren vor Ort zu stapeln und zum Verkauf anzubieten. Durch Zahlung eines Stapelgeldes konnten sich Händler allerdings von der Stapelpflicht befreien. Dieses war jedoch hoch, und so luden die meisten Kaufleute ihre Waren für einen bestimmten Zeitraum auf dem Stapelplatz der Stadt ab und boten sie zum Kauf an. Bald war in Oppenheim oberirdisch kaum mehr Platz. Und da draußen, vor der schützenden Stadtmauer, kein Kaufmann seine Waren lagern wollte, wurden Keller geschaffen, die immer tiefer lagen. Möglich machte dies das leicht abbaubare, aber doch standfeste Löss, eine eiszeitliche Ablagerung von Lehm und Sand. Im Laufe der Jahrhunderte entstand unter der Stadt ein ca. 40 km langes System von Kellern, Gängen und Treppen auf bis zu fünf Ebenen.  

Nach der kompletten Zerstörung Oppenheims im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurden die neu gebauten Häuser und Straßen anders angelegt, als von den Kellern vorgegeben. Es wird vermutet, dass die Oppenheimer die Keller in Notzeiten immer wieder als Zufluchtsstätten nutzten – so im Zweiten Weltkrieg, als die „Unterwelt“ als Luftschutzbunker diente. Als nach dem Krieg die obersten Keller mehr und mehr mit Müll und Schutt verfüllt wurden, geriet das unterirdische Labyrinth fast endgültig in Vergessenheit. 

Die Erde bricht ein - Neuentdeckung des Kellerlabyrinths

In den 1980er Jahren aus dem Gedächtnis der meisten Oppenheimer verschwunden, machte die „Unterwelt“ durch plötzliche Erdeinbrüche wieder auf ihre Existenz aufmerksam. Das Gangsystem war durch die sehr lange Vernachlässigung marode und brüchig geworden, die fehlende Belüftung in den unterirdischen Gängen und das Eindringen von Wasser hatten ihr übriges getan und führten zu Einbrüchen. So brach 1986 ein Streifenwagen in die Erde ein, ein Stück Rasen in einem Garten stürzte von jetzt auf nachher drei Meter in die Tiefe und Steine des Kopfsteinpflasters in der Altstadt verschwanden im Abgrund. In den 1990er Jahren begann die Gemeinde mit einer aufwändigen Sanierung, machte das Kellerlabyrinth einsturzsicher und zu einem Ort des kulturellen Lebens. Zumindest Teile davon, die seit 2003 für Besichtigungen und Führungen geöffnet sind. Tauchen Sie ein in die historische Unterwelt Oppenheims und lauschen Sie spannenden Geschichten!

Nähere Informationen auf www.stadt-oppenheim.de/oppenheimer-kellerlabyrinth

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