Loreley Felsen bei St. Goarshausen

Der sagenumwobene Felsen, auf dem eine schöne Jungfrau ihr goldenes Haar kämmt, soll schon viele Schiffer ins Unglück gestürzt haben. Was steckt hinter dieser Geschichte, die den Felsen zum Touristenmagneten des Mittelrheintals macht? Kommt Ihnen während der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe plötzliche das berühmte Lied in den Sinn?

Schroff, hoch und eigentlich recht unscheinbar taucht der weltberühmte Schieferfelsen hinter einer Rheinkurve auf. Es ist nicht allein der Anblick des Felsens, weshalb ihn ganze Flotten von Touristenbooten ansteuern, sondern die Mythen und Sagen, die sich um ihn winden – und die haben es bis nach Amerika und Asien geschafft. Den romantischen Mythos um den Loreley-Felsen schuf Heinrich Heine 1824 mit seinem Gedicht „Lied von der Loreley“:

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin; ein Märchen aus uralten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fließet der Rhein; der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar, ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar. Sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei; das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe ergreift es mit wildem Weh; er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf in die Höh'. Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn; und das hat mit ihrem Singen die Loreley getan.

Video: Loreleylied

Die Sage um die schöne „Lore Lay“

Erfinder der schönen Jungfrau Loreley ist der Dichter Clemens Brentano, der 1800 die Ballade „Lore Lay“ schrieb – diese Geschichte kennen die wenigsten. In Brentanos Ballade ist die junge Frau eine Zauberin aus Bacharach, deren Magie in ihrer Schönheit begründet liegt. Jeder Mann verliebt sich in sie und findet dadurch den Tod. Der Bischof will dem Spuk ein Ende setzen und lässt sie vor ein geistliches Gericht rufen. Aber auch er erliegt ihrem Bann: „Den Stab kann ich nicht brechen, du schöne Lore Lay! Ich müsste dann zerbrechen mein eigen Herz entzwei“, klagte der Bischof. Lore Lay bittet jedoch darum, zum Tode verurteilt zu werden, denn der Mann, den sie liebt, hat sie verlassen und nun möchte sie nicht mehr weiterleben. Da, wo der Zauberbann hätte wirken sollen, funktionierte er nicht. Lore Lay fleht den Bischof an: „Drum lasst mein Recht mich finden, mich sterben wie ein Christ, denn alles muss verschwinden, weil er nicht bei mir ist“. Der Bischof verurteilt sie nicht zum Tode, sondern lässt sie von drei Rittern in ein Kloster bringen. Auf dem Weg dorthin will Lore Lay noch einmal das Schloss des Geliebten sehen und klettert auf einen Felsen über dem Rhein. Als sie ein Schiff sieht, glaubt sie, ihren Geliebten darauf zu erkennen, lehnt sich hinunter und stürzt in die Fluten. Die Ritter folgen ihr in den Tod.

Dichterkollege Heine machte aus der an Liebeskummer leidenden Lore Lay die sirenenhafte Gestalt Loreley, die auf dem nach ihr benannten Schieferfelsen an der tiefsten und engsten Stelle des Rheins sitzt, ihr goldenes Haar kämmt und durch ihren Gesang vorbeifahrende Schiffer ablenkt und ins Verderben stürzt. Diese Geschichte macht den Felsen seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Attraktion für Besucher aus aller Welt.

Nähere Informationen auf www.sankt-goarshausen.de/loreley/loreley-felsen

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