Burg Pyrmont

Die Felsenburg im Tal des Elzbaches in der südlichen Eifel hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Heute dient sie als Veranstaltungs- und Tagungsort. Besichtigungen sind jedoch erlaubt. Vielleicht verleitet die virtuelle Rheinland-Pfalz-Messe sie ja zu einem Besuch der Burg.

Die weithin sichtbare Burg liegt oberhalb eines Wasserfalls des Elzbaches und nur wenige Kilometer von der berühmten Burg Eltz entfernt. Errichtet wurde sie im 12. Jh. im Auftrag von Kuno von Schönberg, dessen Sohn Kuno II. sich als erster seiner Familie „Herr zu Pyrmont“ nannte. Dessen Nachfahr, Kuno VI. von Pyrmont, war zwischen 1432 und 1436 in den „Trierischen Krieg“ verwickelt, da er Partei für den zum Erzbischof von Trier gewählten, aber vom Papst nicht anerkannten Grafen Ulrich von Manderscheid nahm. Gegen die Allianz von Kaiser und Kurfürst kam der Pyrmonter jedoch nicht an. Als er 1447 starb, kam es unter seinen drei Söhnen Heinrich, Johann und Friedrich zum Zank ums Erbe. Kuno hatte zwar testamentarisch festgelegt, wie Burg, Lehensansprüche und Familienbesitz unter den drei aufgeteilt werden sollten, trotzdem entstand um die Burg ein so heftiger Streit, dass über Heinrich von Pyrmont sogar die Reichsacht verhängt und die Verwaltung seines Burganteils an seinen jüngeren Bruder Friedrich übertragen wurde.

Video: Burg Pyrmont

Die Burg Pyrmont fällt an die Eltzer,  die Waldbotts und an die Franzosen

Heinrich, als ältester der Brüder Herr von Pyrmont, wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jh. von Kaiser Maximilian in den Stand eines Freiherrn erhoben. Obwohl er zwei Söhne hatte, erbte seine Tochter Elisabeth den Pyrmonter Besitz. Da diese mit Philipp von Eltz verheiratet war, fiel die Burg an das Grafengeschlecht der Eltzer. Aber auch die Eltzer zankten sich im darauffolgenden Jahrhundert über die Verteilung ihres Erbes. So kam es, dass 1652 eine der Eltzer Erbinnen aufgrund des anhaltenden Zanks ihren Anteil an Mitglieder der rheinischen Adelsfamilie Waldbott von Bessenheim verkaufte, die aufgrund dieses Besitzes zwei Jahre später zu Reichsfreiherren ernannt wurden. Vier Jahrzehnte später gelangte ein anderer Eltzer Anteil der Burg Pyrmont an Kurtrier, und 1710 durch Kauf an die Familie Waldbott von Bassenheim. Um 1712 begannen die Waldbotts, die Burg in ein repräsentatives Schloss umzubauen. Dazu wurde der Palas auf drei Geschosse erhöht und mit großen Fenstern ausgestattet. Die Freitreppe an seiner Südseite stammt ebenfalls aus dieser Zeit.

Die Waldbotts flohen 1789 vor den naherückenden französischen Truppen auf ihre rechtsrheinischen Besitzungen. Die Franzosen versteigerten die Burg 1810 für 4550 Franken auf Abbruch. Der neue Eigentümer, Gutsbesitzer und Kaufmann Franz Georg Severus Weckbecker aus Münstermaifeld verkaufte alles Verwertbare und ließ die Reste der Gebäude verfallen. Nach der Franzosenherrschaft über das Rheinland (1794-1815) kaufte Graf Friedrich Karl Waldbott von Bassenheim die Burg 1818 zurück. Unter seinem Sohn, Graf Hugo Waldbott, der einen verschwenderischen Lebensstil pflegte und am Ende vor dem Bankrott stand, wurde Burg Pyrmont 1862 zwangsversteigert.

Die Burg Pyrmont heute

Es folgten noch einige Besitzer, doch erst als die beiden Düsseldorfer Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg die Burg 1963 erwarben, begann der Wiederaufbau. Das Burgareal wurde 1990 für Besucher geöffnet. In den Innenräumen können Sie alte Möbel und Ausstattungsteile besichtigen, die zum Teil an die früheren Burgeigentümer erinnern.

Ein Highlight ist der begehbare, 25 Meter hohe Bergfried, der einen atemberaubenden Rundumblick über die Eifel bietet. Die Burg kann allerdings nur an Sonn- und Feiertagen von Mai bis Anfang Oktober besichtigt werden, sofern Sie nicht aufgrund eines Events für Besucher geschlossen ist.

Räumlichkeiten der Burg werden für private Feiern, Events und Tagesseminare vermietet. Im Rahmen einer Feier, wie z.B. einer Hochzeit, können auch Zimmer zur Übernachtung gebucht werden.

Nähere Informationen auf www.burg-pyrmont.de

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