Botanischer Garten der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Mainz wie es grünt und blüht – ein Erlebnis für alle Sinne. Haben Sie aufgrund der virtuellen Rheinland-Pfalz-Messe geschäftlich in Mainz zu tun? Machen Sie einen Abstecher in den Botanischen Garten!

Der Botanische Garten ist ein lebendes Museum für die Vielfalt der Pflanzen – rund 8500 Pflanzenarten aus fast allen Teilen der Welt sind hier beheimatet. Erleben Sie bei einem Spaziergang nicht nur exotische und tropische Pflanzen in Gewächshäusern, sondern auf dem Freigelände auch Kultur- und Naturlandschaften sowie Kunst.

Lianen, Kakteen und Blaue Lotus – Exotik in den Gewächshäusern

Die Gewächshäuser stammen noch zum größten Teil aus den Anfangstagen des Botanischen Gartens nach dem Zweiten Weltkrieg. Höchstes Gewächshaus ist der sogenannte „Verbinder“ (Haus 13), wo die Wuchsformen tropischer Pflanzen im Mittelpunkt stehen. Hier sehen Sie Lianen, Epiphyte, tropische Nutzpflanzen und blühende Orchideen. Auf der linken Seite des Verbinders gelangen Sie in die beiden Nebenhäuser „Farnpflanzenhaus“ und „Wasserpflanzenhaus“. Im Farnpflanzenhaus (Haus 8) sind tropische Farne und Moosfarne zuhause, im Wasserpflanzenhaus (Haus 10) können Sie neben bekannten Aquarienpflanzen auch ungewöhnliche Arten bestaunen wie z.B. die aus dem nördlichen Südamerika stammende Wolfsmilch.

Auf der rechten Seite des Verbinders befinden sich das Cycadeenhaus sowie das ehemalige Bromelien- und Araceenhaus. Mit 15-18°C ist das Cycadeenhaus (Haus 17) nicht so warm wie ein Tropenhaus, denn die Pflanzen, die hier angesiedelt sind, stammen überwiegend aus subtropischen Regionen. Im Vordergrund stehen hier stehen die Palmfarne (Cycadeen), die vor ca. 290 Millionen entstanden und sich seither kaum verändert haben. Eine weitere Bewohnerin im Cycadeenhaus ist die Wüstenpflanze Welwitschia mirabilis.

Das ehemalige Bromelien- und Araceenhaus (Haus 16) ist heute dem Unterwuchs tropischer Wälder gewidmet. In dem dicht bewachsenen, schwülwarmen Gewächshaus spazieren Sie zwischen großlaubigen Aronstabgewächsen, Heliconien und Schlingpflanzen und können in einem Sumpfloch sogar die Blaue Lotus bestaunen.

Im Sukkulentenhaus (Haus 20) finden Sie die Pflanzen der Trockengebiete. Im vorderen Teil Kakteen und Agaven aus der „Neuen Welt“, im mittleren Teil Pflanzen aus den Trockengebieten Afrikas und der Kanaren, und im hinteren Teil Pflanzen aus den Dornbuschsavannen Madagaskars.

Tropische Nutzpflanzen wie Ananas, Erdnuss, Faserbanane, Ingwer, Kakaobaum, Pfeffer und viele andere sind im Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen (Haus 1) zuhause. Kalthauspflanzen wie die Japanische Kamelie und die Paradiesvogelblume überwintern bei Temperaturen zwischen 10° und 15° C in Kalthäusern (Haus 2 und Haus 19).

Video: Der Botanische Garten der Uni Mainz

Alpinum und Arboretum

Da die Kultur von Hochgebirgspflanzen im rheinland-pfälzischen Klima nur sehr begrenzt möglich ist, liegt der Schwerpunkt des Alpinums auf Gehölzen und wärmeliebenden Pflanzen aus den Gebirgen Südeuropas und Westasiens. Für eine besondere Atmosphäre sorgen kleine Wasserläufe, Krummholz-Kiefern, Mauern und Treppenwege.

Im geografisch gegliederten Arboretum finden Sie auf rund 30.000 qm über 1000 Bäume und Sträucher aus den artenreichen, sommergrünen Wäldern Nordamerikas und Ostasiens, allen voran China und Japan. Spazieren Sie im April und Mai durch das Arboretum, wenn die meisten Gehölze blühen, und erleben Sie im Oktober den Indian Summer mit seinen leuchtenden Herbstfarben.

Kunst im Botanischen Garten

Der Botanische Garten versteht sich zwar in erster Linie als wissenschaftlicher Garten, dennoch bietet er Raum für Kunst in Form von Skulpturen. So sitzt seit 2014 „Susanne“ im blauen Kleid auf einer Steinbank vor den Beeten der „Systematischen Abteilung“ und lässt ihren Blick über die wissenschaftlich geordnete Pflanzenwelt gleiten. Die Skulptur „Susanne sitzend“ stammt von der Mainzer Künstlerin Anne-Marie Kuprat.

Auf der Streuobstwiese tanzt eng umschlungen ein Paar zwischen Apfel- und Birnbäumen. Die Bronzeskulptur „Tanzpartie“ stammt vom Bildhauer Prof. Eberhard Linke, der lange Zeit an der Fachhochschule Mainz lehrte. Im Arboretum – Nordamerika tummelt sich eine bronzene Bärin mit ihren Jungen (Anne-Marie Kuprat), und am Linné Weg am Rosarium steht ein Denkmal für Guillaume Fichet, der 1470 in Frankreich die Buchdruckkunst nach dem Verfahren von Johannes Gutenberg einführte. Die Bronze-Plastik der nackten Elisabeth II., die am Linné Weg bei den Duftpflanzen stand, wurde 2014 gestohlen.

Vom militärischen Übungsgelände zum Botanischen Garten

Dort, wo Wilhelm Troll, Professor der Botanik an der Universität Mainz, in den Jahren 1946 bis 1955 den Botanischen Garten anlegte, befanden sich zuvor eine landwirtschaftliche Nutzfläche und ein militärisches Übungsgelände. Die Universität selbst war 1798 unter französischer Herrschaft offiziell aufgehoben worden und wurde in ihrer heutigen Form 1946 von der französischen Besatzungsmacht gegründet. Da die finanziellen Mittel nach dem Krieg fehlten und sich an der wiederbegründeten Universität noch alles im Aufbau befand, wurde der Botanische Garten fast vollständig in Eigenleistung der Mitarbeiter und Studenten aufgebaut. Das wichtigste Ziel der Gartengründung war die Bereitstellung von Pflanzen für die universitäre Forschung und Lehre. Trolls Interesse galt hauptsächlich der Morphologie der Pflanzen. Dazu wurden im Zentrum des Freigeländes eine Systemanlage mit unzähligen Einzelbeeten geschaffen, wo die Pflanzen nach verwandtschaftlichen Kriterien gruppiert wurden. Heute ist die „Systemische Abteilung“ das wissenschaftliche Herzstück des Botanischen Gartens. In 38 Beeten mit zusammen über 2000 Pflanzstellen wird die Vielfalt der Blütenpflanzen dargestellt.

Zwei Jahre nach Gründung des Botanischen Gartens entstand das erste Gewächshaus, zwei weitere wurden 1952 gebraucht erworben. Der „Verbinder“, das bis heute größte Gewächshaus des Gartens, kam zwei Jahre später hinzu. Die Anlage des Alpinums und der Bau der großen Pergola in der Biologischen Abteilung konnten bis Mitte der 1950er Jahre abgeschlossen werden. Der Botanische Garten wurde 1986 um eine Steppenanlage und die Nachbildung des Naturschutzgebiets „Mainzer Sand“ erweitert. Langeweile kommt bei einem Besuch garantiert nicht auf!

Weitere Informationen auf www.botgarten.uni-mainz.de

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